Trader Gernot Daum (Statistikfuchs)

Trend geht in Topbildungsphase über – Beispiel TAG Tegernsee

Liebe Leser,


Wie Sie wissen, führe ich hier kein Musterdepot. Stattdessen komme ich immer wieder mal in einem Artikel auf eine bereits früher besprochene Aktie zurück. Die Skizzierung von möglichen Tradingplänen soll ihnen helfen, einen eigenen Tradingstil anhand von aktuellen Beispielen zu entwickeln.


Im Laufe des letzten halben Jahres gab es hier 2 Artikel zu der Immobilienaktie „TAG Tegernsee“ aus dem MDax. Der erste kam Anfang November zum Schluss, dass für Trendfolger erst nach einem Ausbruch über 9,60 Handlungsbedarf besteht.

Zu dem für einen solchen Ausbruch damals vermuteten starken Trend kam dann tatsächlich, nachdem dieser Ausbruch zum Jahreswechsel erfolgte. Ein Artikel im Januar beschäftigte sich damit.


Nun ist es wieder an der Zeit, über die Aktie nachzudenken. Kürzlich kam es zu einem signifikanten Fehlausbruch aus einer Konsolidierung. Signifikant deshalb, weil der Kurs nach der großen grünen Bar beim Ausbruch innerhalb von wenigen Tagen wieder in die Konsolidierung zurückfiel.

Ein Trendfolger, der die Aktie mit mehreren Teilpositionen handelt, hat bei dem Ausbruch noch eine Teilposition hinzugekauft, und bei dessen Scheitern diese Position mit einem kleinen Verlust wieder verkauft. Dieser Trade ist im Chart von Punkt 1 bis 2 dargestellt.


Der Kurs rutschte danach kurzfristig noch deutlich weiter ab. Das ist nach einem Fehlausbruch typisch. Denn selbst wenn es noch einen starken Käufer gibt, wird dieser jetzt versuchen, seine Kauforder zu senken um Stopps abzufischen. Für die Trendentwicklung der Aktie bedeutet die Entwicklung aber trotzdem eine Schwächung. Denn es sieht jetzt zumindest nicht mehr danach aus, dass mehrere starke Käufer um die Aktie konkurrieren


Zudem hat sich durch die Erhöhung der Volatilität das Chancen/Risiko Verhältnis der Position verschlechtert. Denn der Stopp für die Restposition kann in absehbarer Zeit nicht mehr nachgezogen werden. Das ist ein guter Grund für unseren Trendfolger, eine weitere Teilposition abzubauen. Der ideale Zeitpunkt dafür wäre jetzt. Bei einer strategischen Positionsreduzierung versucht man, einen guten Kurs zu bekommen. Unter der Annnahme, dass an der Stelle 3 bei dem Ausbruch aus der Konsolidierung eine zweite Teilposition hinzugekauft wurde, würde diese also nun an Punkt 4 verkauft.

Tageschart der TAF Tegernsee Aktie im März 2015


Die an der Stelle „Start“ gekaufte Kernposition verbleibt hingegen im Depot. Der Trend ist noch nicht beendet, und kann sich nach einer längeren Konsolidierungsphase fortsetzen. Wird dabei die Volatilität wieder abgebaut, können bei Ausbrüchen auch wieder zusätzliche Teilpositionen gekauft werden.


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Fazit: Eine Zunahme der Volatilität kann Teil eines länger laufenden Topbildungsprozesses nach einem Trend sein. Trendfolger reduzieren ihre Positionen, und versuchen dabei günstige Verkaufspreise zu erhalten


Wer kurzfristig handelt und reaktionsschnell ist, kann versuchen, kleine Tradingpositionen vom Unterrand zum Oberrand einer solchen Range zu handeln. Allerdings hat dieser Tradingplan mit dem Trendfolgeansatz nichts zu tun und ist eher für sehr aktive Trader gedacht.