Trader Gernot Daum (Statistikfuchs)

Was war anders an dem Einbruch des Marktes im Oktober?

Liebe Leser,


In Deutschland toben grade die Herbststürme, doch an der Börse sind sie eventuell schon vorbei. Ich möchte heute noch mal Ihren Blick auf die US amerikanischen Aktienmarkt richten, und zwar auf den S&P 500 Index. Dieser umfasst 500 Aktien, und deckt den gesamten Markt daher viel besser ab, als der Dow Jones Index.


In Charts ist oft ein langfristiger gleitender Durchschnitt eingetragen. Vielfach ist es ein 200 Bar Durchschnitt. In den Charts dieser Websuite ist immer ein 150 Bar Durchschnitt (GD150) als violette Linie eingetragen, weil die Standardeinstellungen der Chartsoftware für Fehlsignale anfällig sind. Wozu ist dieser gleitende Durchschnitt gut? Im Wesentlichen nur dazu, um eine einzige Sache sofort zu erkennen. Der Merksatz dazu ist: „Bullenmärkte spielen sich oberhalb des langfristigen Durchschnitts ab und Bärenmärkte darunter“. Ein Schwanken um diesen Durchschnitt zeigt hingegen einen Seitwärtsmarkt an.

Der US Aktienmarkt hatte bis August drei deutliche Korrekturen des im großen Bild sehr stabilen Bullenmarktes hinzunehmen. Im Februar, April und August wurde diese Korrektur jeweils über dem langfristigen gleitenden Durchschnitt beendet (blaue Punkte). Der Kursrückgang im Oktober war anders. Er durchbrach den gleitenden Durchschnitt, und der Markt konnte erst drehen, als er unten von diesem Durchschnitt so weit weg war, wie vorher oben. Dort konnte er dann aber Mitte letzter Woche drehen (roter Punkt).


Mittlerweile wurde der GD150 überschritten, es liegt also immerhin kein Bärenmarkt an der Wallstreet vor. Denn dann hätte der Index schon unter dem GD150 erneut gedreht. Behalten Sie diesen Chart im Blick, und sie sehen die „Großwetterlage“ immer auf einen Blick.


Tageschart des Standard and Poors 500 Index im Oktober 2014

Fazit: Schulen Sie ihren Blick dafür, sich schnell einen Überblick in einem Chart zu verschaffen. Verwenden Sie dazu Charts, die nicht überladen sind. Lassen Sie alle Hilfslinien und Indikatoren weg, die Sie nicht wirklich verstehen, und konzentrieren Sie sich auf das Wesentliche. Dann können Sie auch mit schmalem Zeitbudget „am Ball bleiben“.